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Alte Völklinger Eisenhütte


ARCHIV: Dieses Angebot aus der Frühzeit des Webs wurde in Forschungprojekten an der Universität des Saarlandes in den Jahren 1995 bis 2000 erstellt und wird nicht mehr aktiv betreut. Die Angaben auf dieser Website sind daher grösstenteils veraltet.

Von der Marktgemeinde zur Hüttenstadt

Mit der Gründung der Glashütten in Fenne und Altenkessel und der gezielten Kohleförderung im Saar- und Köllertal begann in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung in Völklingens unmittelbarer Umgebung. Ab 1860 wurden mit dem Ausbau der Verkehrswege (Eisenbahn, Kanalisierung der Saar und Wehrdener Brücke) die Grundlagen für die weitere industrielle Entwickklung gelegt. Die günstige Verkehrslage der Stadt führte 1873 zur Gründung einer Eisenhütte in Völklingen.

Der Erwerb der Hütte durch die Gebrüder Röchling im Jahre 1881 bestimmte maßgeblich die weitere Entwicklung. Mit der Erweiterung der Völklinger Hütte zum Großbetrieb erfuhr die Gemeinde einen ungeahnten Aufschwung. Als Folge der Zuwanderung von Arbeitern und Angestellten gediehen Handel und Handwerk. Aufgrund der wachsenden Beölkerung und der sich wandelnden Infrastruktur verlagerte sich das Zentrum der Stadt vom alten Dorfkern in Richtung Bahnhof und Hütte. Nach dem zweiten Weltkrieg ging der Zuwachs der Belegschaft dagegen vor allem auf Pendler zurück.

Die täglichen Pendlerströme bei Schichtwechsel prägten über Jahrzehnte das Stadtbild, doch auch Rauch, Staub und Lärm gehörten bis zur Schließung der Hütte 1986 zum Leben in Völklingen.